Fernstudium absetzen
Kann man Fernstudium bei der Steuer absetzen?

Die Kosten für ein Fernstudium können Sonderausgaben oder Werbungskosten/Betriebsausgaben darstellen. Kosten für die erstmalige ​​​​Berufsausbildung oder ein Erststudium sind keine ​​​​Betriebsausgaben ​oder Werbungskosten. Die Kosten für die eigene Berufsausbildung, die nicht Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind, können als Sonderausgaben abgezogen werden. Ein Fernstudium stellt in der Regel ein Zweitstudium dar, da normalerweise vorher eine erste Ausbildung bereits vorhanden ist.

Erststudium

Kosten für Ihre eigene erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium werden bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 € jährlich als Sonderausgaben anerkannt. Sind bei Ihrem Ehegatten bzw. Lebenspartner entsprechende Aufwendungen entstanden, können diese ebenfalls bis zu 6.000 Euro jährlich als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Anders als Werbungskosten können Sonderausgaben allerdings nicht aufgespart und später geltend gemacht werden. Da Studenten selten mehr als den Grundfreibetrag verdienen, wird dies nur für Wenige eine Steuerersparnis bringen.

Zweitstudium

Die Kosten eines Zweitstudiums werden vom Finanzamt in der Regel problemlos anerkannt. Der Bildungsmaßnahme muss dabei lediglich eine andere Ausbildung bzw. ein anderer Studiengang vorausgegangen sein. Das nachfolgende Studium bzw. die nachfolgende Ausbildung wird als Zweitausbildung gewertet, deren Kosten steuerlich vom Gesetzgeber und der Finanzverwaltung voll als Werbungskosten anerkannt werden.

Für die Anerkennung als Zweitstudium reicht schon eine nur wenige Monate dauernde Berufsausbildung. Aber auch ein Masterstudium, das auf dem Bachelorabschluss aufbaut, ist eine zweite Ausbildung. In jedem Fall sollte in der Steuererklärung vermerkt werden, dass es sich um die Kosten für ein Zweitstudium oder für einen weiterführenden Studiengang handelt.

Bei den folgenden Ausbildungen handelt es sich um ein Zweitstudium:

  • eine erstmalige Berufsausbildung/ein Erststudium im Rahmen eines Dienstverhältnisses (Ausbildungsdienstverhältnis),
  • ein Erststudium nach Abschluss einer Berufsausbildung (und umgekehrt),
  • die Fortbildung in einem bereits erlernten Beruf,
  • eine Umschulungsmaßnahme, die einen Berufswechsel vorbereitet,
  • ein weiteres Studium,
  • eine Promotion,
  • Fernlehrgänge,
  • Computerkurse oder
  • Sprachreisen etc.

Folgende Kosten können berücksichtigt werden:

  • Studiengebühren
  • Kosten für privaten Hochschulen
  • Literatur
  • Arbeitsmittel
  • die Fahrtkosten

Ersatzleistungen von dritter Seite, auch zweckgebundene Leistungen nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch oder nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, ziehen Sie bitte von Ihren Aufwendungen ab.

Einzureichende Belege

Wichtig ist, dass alle Rechnungen und Quittungen gesammelt werden, da das Finanzamt diese Belege vorgelegt bekommen möchte.

Haben Sie nur geringe oder gar keine Einnahmen, können Sie die Werbungskosten als vorweggenommene Werbungskosten berücksichtigen. Der festgestellte Verlust kann in den folgenden Jahren berücksichtigt werden und Ihre Einnahmen senken.