Private Krankenversicherung absetzen
Kann man Private Krankenversicherung bei der Steuer absetzen?

Die privaten Krankenversicherungsbeiträge können Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung als Vorsorgeaufwendungen/Sonderausgaben geltend machen. Die Basisleistungen fließen unbegrenzt in die Berechnung ein. Die Wahlleistungen sind nur begrenzt abziehbar. Für die Absetzbarkeit der Wahlleistungen (etwa eine Chefarztbehandlung) gibt es eine Höchstgrenze von 2.800 € für Selbständige und 1.900 € für Arbeitnehmer, für Ehepaare das Doppelte. Auch Zusatzversicherungen (etwa eine Zahnzusatzversicherung oder eine private Pflegeversicherung) fließen in diesen Höchstbetrag ein.

Selbstständige und Freiberufler

Die private Krankenversicherung für Selbstständige und Freiberufler ist einkommensunabhängig.

Freiberuflich arbeitende Künstler und Journalisten können über die Künstlersozialkasse (KSK) einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung erhalten und sind dann gesetzlich pflichtversichert. Es ist möglich, sich von dieser Versicherungspflicht bei der Anmeldung zur Künstlersozialkasse zu lösen. Man bekommt dann von der Künstlersozialkasse einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung.

Angestellte und Arbeitnehmer

Angestellte und Arbeitnehmer sind üblicherweise gesetzlich krankenversichert, können jedoch der Privatkrankenversicherung beitreten. Entscheidend ist dann das jährliches Einkommen: Es muss über der aktuellen Versicherungspflichtgrenze liegen. In 2020 liegt die Grenze bei einem Bruttojahresverdienst von 62.550 €.

Für Berufsanfänger gilt eine Sonderregelung: Wer ein Angestelltenverhältnis aufnimmt und ein Gehalt über der Jahresentgeltgrenze haben wird, darf sich sofort privat versichern

Beamte, Ärzte und Studenten

Beamte, Beamtenanwärter, Ärzte und Studenten gehören ebenfalls zu dem Personenkreis, der sich privat versichern kann. Sie profitieren bei der privaten Krankenversicherung von besonders günstigen, eigens für sie konzipierten Tarifen. Während sie in der gesetzlichen Krankenversicherung oft sehr hohe Beiträge zahlen, können sie sich bei der Privaten oft wesentlich preiswerter versichern und erhalten dabei hochwertigere und umfangreichere medizinische Leistungen. Allerdings sollte ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung immer gut überlegt werden. Ändern sich die Lebensumstände, kann sich der Wechsel als kostspielig erweisen. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur schwer möglich.

Familien und Kinder

Für Familien kann es sich lohnen, gesetzlich versichert zu bleiben: In der gesetzlichen Krankenversicherung werden Kinder beitragsfrei bei den Eltern mitversichert. In der privaten Krankenversicherung wird für jedes Kind ein selbständiger Vertrag vereinbart.

Achtung

Nehmen Sie über das Jahr keine Leistungen der privaten Krankenversicherung in Anspruch, bekommen Sie in der Regel am Jahresende Beiträge zurück erstattet. Diese Beitragsrückerstattung ist in der Steuererklärung anzugeben, sie reduziert die abzugsfähigen Beiträge.